Meine Geschichte
Im Jahre des Herrn 2003 war es, da mich ein guter Freund gen Norden Spaniens rief und mit lächelnder Miene sprach: „Vergiss nicht, ein paar feste Wanderschuhe einzupacken.“
Wenig ahnte ich, welch Schicksal sich hinter diesen schlichten Worten verbarg. Denn ohne es zu wissen, setzte ich meinen Fuß auf den alten Pfad der Pilger – den ehrwürdigen Jakobsweg.
Was als beschwerliches Abenteuer begann, erfüllt von brennenden Sohlen, müden Gliedern und mancher stillen Verzweiflung unter der sengenden Sonne Kastiliens, ward zugleich der Beginn einer lebenslangen Sehnsucht. Denn jeder Schmerz verging im Zauber der Landschaft, im Klang der Schritte auf staubigen Wegen und in jener eigentümlichen Freiheit, die nur der Wanderer kennt.
So geschah es, dass wir viele Jahre hinweg immer wieder nach Spanien zurückkehrten, um die alten Wege des heiligen Jakobus zu beschreiten — über Berge und Ebenen, durch Nebel und Hitze, vorbei an einsamen Kirchen, uralten Städten und den stillen Herbergen der Nacht.
Doch im Jahre 2018 öffnete sich ein neues Kapitel dieser Wanderschaft. Zum ersten Male vernahm ich Kunde von jenen großen Extremwanderungen, bei denen Menschen sich über fünfzig, hundert oder mehr Kilometer dem eigenen Willen entgegenstellen.
Neugier und Abenteuerlust führten mich zum Megamarsch München — und seit jenem Tage lodert das Feuer ungebrochen.
Denn wer einmal gelernt hat, mit schmerzendem Herzen und müden Beinen weiterzugehen, der erkennt:
Nicht das Ziel adelt den Wanderer, sondern der Weg selbst.